Augenerkrankungen und Allergien
Augenerkrankungen
und Allergien
Dr. med. vet. Stefan Gesell-May, 2023
Bei Funktionsstörungen oder Erkrankungen unbekannter Ursache werden häufig Allergien ins Spiel gebracht. Diesem Verdacht nachzugehen, ist sinnvoll und geboten, andersherum ist nicht jede Erkrankung mit unklarer Ursache auf eine Allergie zurückzuführen.
Das Verstehen von Ursache und Wirkung ist auch in der Medizin ein nie endender Prozess. Der Wunsch eindeutigen Aussagen ist nachvollziehbar aber nicht immer zu leisten.
Bei Allergien reagiert der Körper auf wiederkehrende äußere Einflüsse, wie z.B. Pollen oder Medikamente, wie z.B. Konservierungsstoffe in Augentropfen. Beim ersten Kontakt mit einem sogenannten Allergen (Stoff, der eine Allergie auslöst) werden bestimmte Abwehrstoffe gebildet, die bei weiteren Kontakten mehr oder weniger starke Reaktionen erzeugen. Das können Rötungen, Schwellungen und Juckreiz in unterschiedlichem Ausmaß sein.
Am Auge könnte es also sein, dass die mit der Aussenwelt in Verbindung stehenden Bindehäute und die Haut im Augenbereich am wahrscheinlichsten reagieren. Man muss davon ausgehen, dass bei Allergien beide Augen betroffen sind. Es kommen beidseitige Bindehautschwellungen und -rötungen, sowie -juckreiz in Betracht. Zudem eventuell oberflächliche Scheuerstellen beidseits an der Haut mit nässenden Stellen. Solche Befunde werden beim Pferd selten erhoben, während die oben genannten Beispiele im Vergleich dazu häufig auftreten. Allergien im Augenbereich sind also selten.
Besteht ein Verdacht auf eine allergische Reaktion, ist es ratsam, zu testen. Bluttests sind hier sehr unsicher. Sinnvoll sind Hauttests (Intrakutantest) mit anschließendem Therapieversuch (Hypo- bzw. Desensibilisierung). In meiner Praxis empfehle ich bei Verdacht die Hauttage der LMU München zu besuchen, die in Zusammenarbeit mit der Dermatologie der Kleintiere erfolgt. Hier werden Intrakutantests und Therapieversuche gemacht.
Geben Sie antiallergische Augentropfen nicht auf Verdacht.
In der Regel ist damit keine Wirkung zu erzielen, eher verschleppen Sie damit Erkrankungen. Sollte nach ausführlicher Untersuchung ein Verdacht auf eine Allergie bestehen, rate ich zu Intrakutantests mit darauf folgendem individuellem Desensibilisierungsversuch. Im Einzelfall ist abzuwägen, ob eine Probenahme der Bindehäute vor oder nach der Überweisung zu den Hautspezialisten erfolgen soll.
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